Denkmalpflegerische und restauratorische Zielstellung (Restaurierungskonzept)

Die Hofkirche weist erhebliche Verschmutzungen und Schäden an ihrer Raumschale und Ausstattung auf. Primär geht es um die Sicherung, Reinigung und Konservierung des Originalbestandes und um die Beseitigung bzw. Reduzierung von Schadsubstanzen. Die Restaurierung verfolgt das Ziel, einen gereinigten und dauerhaft stabilen Zustand der Gemälde und Raumfassungen sowie ihrer Trägersubstanzen im Sinne des 18. Jahrhunderts wieder herzustellen. Dabei ist sorgfältig zu prüfen und abzuwägen, inwieweit spätere Zutaten (speziell der Restaurierung von 1959-62) akzeptiert und in die Gesamtkonzeption integriert werden können. Gegebenenfalls müssen verfremdenden Überfassungen beseitigt und partielle Re-Restaurierungen sowie Teilrekonstruktionen und Retuschen vorgenommen werden.

Vorbereitend und begleitend sind zahlreiche Probeentnahmen und naturwissenschaftliche Analysen erforderlich. Die Arbeitsschritte sowie Vor- und Endzustand werden in geeigneter Form kartiert, fotografisch und schriftlich dokumentiert.

Wichtiger Bestandteil im Sinne einer präventiven Konservierung ist eine raumklimatische Stabilisierung und Dichtheit der Dächer (doppelte Schutzebene). Die Restaurierung erfordert genaue Kenntnisse der materialtechnischen Zusammensetzungen und historischen Werktechniken der Putze, Stuckapplikationen, Fassungen und Vergoldungen. Unter behutsamer Einbeziehung erhaltungswürdiger Teile der Nachkriegsrestaurierung ist ein sensibler bzw. Substanz schonender Umgang mit dem anvertrauten Raumkunstwerk geboten. Höchste kunsthandwerkliche, restauratorische und konservatorische Anforderungen werden an die Fachkräfte gestellt.