Rekonstruktion der Marmorierung im Gewölbebereich

Ersatz der schadhaften und zu dunklen Marmorierung von 1960

25.10.2010 

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Für die edle Raumgestaltung der Hofkirche wurden Marmor und farbige Kalksteinarten, vor allem aber Marmorimitationen verwendet. Bis zum Ansatz der Gewölbezone sind die Säulen, Pilaster und Gesimse in Stuckmarmor ausgeführt. Darüber besitzen die profilierten Bogenfaschen der oberen Tür- und Fensternischen, aber auch die Gesimse und Gurtbögen jedoch lediglich eine aufgemalte Marmorierung.


Abb.a: Starke Versalzungen der Marmorierung und des Stuckträgers im nördlichen Bereich der Gewölbezone.

Die bauzeitliche Fassung, vermutlich eine Marmorierung in Temperatechnik, hatte sich in der Nachkriegszeit weitgehend von der Oberfläche abgelöst und war 1960 in einer relativ dunkel gehaltenen Tönung rekonstruiert worden. Nun, da auch diese „Ersatzfassung“ wegen starker Salzschäden entfernt werden musste, wird erneut eine Marmorierung angelegt, die sich an der Struktur und Helligkeit der (in wenigen Resten noch erhaltenen Originalfassung) orientiert. Eine entsprechende Musterachse wurde angelegt.


Abb.b: Teilweise abgenommene dunkle Marmorierung von etwa 1960 mit Versalzungsschäden.

Die Frage, warum die Marmorierungsfassung der Nachkriegsrestaurierung nicht erhalten werden kann, beantwortet sich mit dem Zustand weiter Teile der Trägersubstanz. Eine Restaurierung ist nach Ansicht der beauftragten Restauratoren nur sinnvoll, wenn der gesamte Fassungsbestand möglichst rückstandsfrei entfernt wird.


Abb.c: Musterachse einer Marmorierung in Temperatechnik oberhalb des Stuckmarmorgesimses.

Allerdings gibt es Bereiche, die keinerlei Schäden aufweisen, etwa die oberen Bogenfaschen der Nordseite. Eine Überfassung der vorhandenen (zu dunklen) Marmorierung von 1960 mit einer weißen Grundierung und angepassten Tempera ist hier möglich, so dass partiell ein Primärdokument des Wiederaufbaus (wenn auch verdeckt) erhalten werden kann.