Protokollauszug der Arbeitsbesprechung
Stuckornamente mit starken Schadsalzausblühungen

Das vergoldete Stuckornament hatte im Rissbereich starke Schadsalzausblühungen. Nach Öffnung, Entsalzung und Behandlung der Stucksubstanz mit Bariumsulfat wurden die Teile wieder zusammen gesetzt und verkittet.
Auszug aus dem Protokoll der Arbeitsbesprechung vom 16.Juni 2010
1. Raumschale RS
1.1 Arbeitsstand
Trockenreinigung über dem Kranzgesims weitgehend abgeschlossen, Trockenreinigungunter dem Kranzgesims läuft.
Muster zur Konservierung Stuck mit Goldauflage und Stuckprofilen mit malerischer Marmorierung ausgeführt.
1.2 Vorstellung Muster Salzreduktion, -umwandlung, Festigung Stuck mit Vergoldung
Hr. Monteiro hat verschiedene Muster angelegt, bei denen u.a. die Grenzen der Konservierbarkeit des überkommenen Bestandes (v.a. an salzkontaminierten Nachkriegsergänzungen) ausgetestet wurden.
Es besteht Einverständnis, daß extrem zerstörte Bereiche aus dem Bestand der Nachkriegsrestaurierung wie geplant abgenommen werden, an den originalen Grenzflächen eine Salzextraktion mittels Kompressen, die Festigung und Umwandlung von versalzten Bereichen durch Bariumhydroxid zur Herstellung von tragfähigen Untergründen für die Stuckergänzungen erfolgen soll.
In den (teilweise bereits abgehobenen oder gelockerten) Zwischenschichten des Stuckaufbaus (äußerlich intakter Bereiche) sind Schadsalze sorgfältig zu entfernen, um eine weitgehende Schadsalzreduzierungen bereits mechanisch vorzunehmen. Hierzu sind nach (ggf. mit Japanpapier zu sichernder Oberfläche) Abhebung und Verfüllungen Reapplizierungen erforderlich.
Die Bearbeitung der Stuckornamente mit Goldauflage ist damit freigegeben. Abgenommenes Material soll gesammelt und u.U. vermarktet werden.
Vorstellung Muster Stuckprofile mit malerischer Ergänzung
Ob die malerische Marmorierung im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Maßnahme gesamt abgenommen werden soll, wurde nicht entschieden. Hr. Dr. Staschull schlägt vor, diese Problematik mit ICOMOS zu erörtern.
1.3 Vorstellung Muster Rücklagenflächen
Nach der Abnahme der bei der Nachkriegsrestaurierung zu dunkel angelegten, zwischenzeitlich erheblich verschmutzten, sowie kohäsions- und adhäsionsgestörten Fassung der Rücklagenflächen zeigt sich, daß die originalen Oberflächen hoch verdichtet waren und damit optisch die Stuckmarmorflächen unter dem Kranzgesims imitierten.
Fassungsreste, die möglicherweise auf eine bis dato nicht bekannte Restaurierung im 19. Jh. hinweisen, müssen weiter untersucht werden.